Definition Werbung:

die bewusste Beeinflussung von Menschen auf einen bestimmten Werbezweck hin, insbesondere die Wirtschaftswerbung als Instrument der betrieblichen Absatzpolitik, mit dem eine Absatzförderung erreicht werden soll. Zu den Mitteln der Werbung (Werbemitteln) gehören die Schrift- und Bildwerbemittel (Anzeigen, Werbebriefe, Plakate, Leuchtschriften, Werbefilme u. a.), persönliche Werbemittel (Vorträge, Vorführungen), akustische Werbemittel (Werbespots im Hörfunk u. a.), Schaufenster, Schaukästen, Fahrzeuge und Bauten aller Art. Die Gegenstände und Einrichtungen, über die das Werbemittel der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wird, bezeichnet man als Werbeträger. Hierzu gehören die Presse (Zeitungen, Zeitschriften u. a.), Anschlagstellen, Post, Kino, Hörfunk und insbesondere Fernsehen und Internet (Fernsehspots, Bannerwerbung). Weitere Werbemaßnahmen sind u. a. Product Placement (im engeren Sinne die Form der Werbung, bei der Markenartikel gegen Bezahlung in Kino- und Fernsehfilmen im Rahmen der Spielhandlungen als Requisite deutlich in Szene gesetzt werden) und Sponsoring (Unterstützung von Institutionen, Personen oder Veranstaltungen mit finanziellen Mitteln oder Sach- und Dienstleistungen durch Unternehmen; im Gegenzug wird das Firmenengagement publikumswirksam öffentlich gemacht).

Die Wirtschaftswerbung erfolgt entweder als Alleinwerbung durch einen einzelnen Produzenten bzw. Händler oder als Gemeinschaftswerbung durch mehrere Unternehmen bzw. einen ganzen Wirtschaftszweig. Viele Firmen haben eine eigene Werbeabteilung oder übertragen die Werbung einem selbständigen Werbeberater bzw. einer Werbeagentur. Eine Werbekampagne umfasst im Ablauf: die Werbeplanung, die Feststellung des Werbeziels und der Zielgruppe, die Ermittlung des Werbebudgets, die Auswahl von Werbemitteln und Werbeträgern (Mediaselektion) sowie schließlich die Erfolgsprognose und Erfolgskontrolle. Der Verbraucher erhält durch die Werbung die Möglichkeit, sich über das am Markt vorhandene Warenangebot zu unterrichten. Unwahre Angaben über die Beschaffenheit, den Ursprung, die Herstellungsart, den Preis usw. einer Ware werden in der Bundesrepublik Deutschland nach dem Gesetz gegen den unlauteren Wettbewerb vom 7. 6. 1909
(mit Änderungen) bestraft.

Der Werbung liegt das Verb werben zugrunde, das im Mittelhochdeutschen im Sinn von ”sich umtun/bemühen”, “tätig sein”, “handeln“ gebraucht wurde. Damals zielte Werbung vor allem auf die Brautwerbung und das Anwerben von Soldaten (daher der Ausdruck die Werbetrommel rühren: so machten einst die Werber von Soldaten auf sich aufmerksam). Heute bezeichnet es allgemein das planmäßige Vorgehen, um eine Person oder eine Personengruppe für sich oder für eine Sache einzunehmen..

In der mittlerweile dominierenden Bedeutung von “Wirtschaftswerbung” wird es seit den zwanziger Jahren des 20. Jahrhunderts verwendet. Damals löste Werbung das Wort ”Reklame“ ab, dessen Bedeutung sich im Sinn von ”aufdringlicher Werbung“ verschlechtert hatte. Das Synonym ”Propaganda“ bezieht sich in erster Linie auf politische Werbung, ist aber durch den nationalsozialistischen Sprachgebrauch belastet. In der NS–Zeit gab es ein ”Ministerium für Volksaufklärung und Propaganda“, das der ideologischen Indoktrination diente.
Zu den frühesten Formen der Werbung gehören jahrtausendealte Keilschrifttafeln, auf denen babylonische Händler ihre Waren auflisteten. Marktschreierei gehörte zur Werbung im Mittelalter. Mit der Erfindung des Buchdrucks 1440 wurde auch die Herstellung von Flugblättern möglich. 1855 stellte Ernst Litfaß die ersten der nach im benannten Werbesäulen in Berlin auf. Die erste Werbesendung im Hörfunk wurde 1954 im Hessischen Rundfunk ausgestrahlt. 1956 folgte die erste Fernsehwerbung, in der die bayerischen Komiker Liesel Karlstadt und Beppo Brem ein Waschmittel anpriesen. Heute unterbrechen nach amerikanischem Vorbild die privaten Fernsehkanäle ihre Sendungen in regelmäßigen Abständen für Werbung. Auch im Internet ist Werbung allgegenwärtig durch so genannte ”Banner“, eine Form der Werbeeinblendung auf Webseiten.

(Quelle:
wissen.de)